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Was gibt es bloß, ihr liebe Leit für neue Wörter in der heutigen Zeit. Oft hilft da kein Duden, kein Lexikon,
da hält man sich besser an die alte Tradition. Nimmt die schönen Wörter, die früher schon waren, bei unseren Vorfahren vor vielen, vielen Jahren.
Kommt ein Mann mal spät heim, gibt’s Brumbelsuppe, folgt ein Bub nicht aufs Wort, gibt’s eine auf den Duppe.
Großmutter hatte im Rockseckel immer ein Mumbel Brot, da hatten die Enkel niemals nie Not. Ein Quadutter kann ein kleiner Kerl oft sein, und ein Gischbl bildet sich, weiß Gott, was auf sich ein.
Ein freches Kind heißt man ein Schinoos, ein Blitzkeil ist aus rohen Kartoffeln ein Kloos. Einen Krautkopf nennt man bei uns ein Habschen,
zu einem kleinen Brot sagen wir ein Labschen. Sauerkraut hatten wir früher immer im Stenner, dazu gab es Stambes, das ist Kartoffelbrei für Kenner.
Ein Dalleuche ist ein ängstliches Wesen, und eine Protsche macht eine, die nicht zufrieden gewesen. Ein Baahaaffe ist ein irdener Krug,
ist etwas falliert, hilft nur ein neuer Versuch. Bäschteblume werden bei uns die Bartnelken genannt, und Schoschine sind jetzt als Dahlien bekannt.
Stiefmütterchen sind Glotzbeck, da rüttelt nix dro, manchmal könnt man wirklich meinen, die glotze einem o.
Deifelsduse gehören in die Wärzbärre neu, es sind wilde Möhren, so heißen die feu. Ist ein Vogel verzaust, hängt er meist auch die Flitsch, und altes Gelump heißt heute Krempel und Kitsch.
Zu einem Medaillon tun wir Potterchen saache. Eine Manne ist ein Korb mit zwei Henkeln zum traache. Ißt man einen Apfel, bleibt übrig ein Krotze,
im Sommer waren wir abends auf dem Misthofmäuerchen gesotze. Eine Karelle um den Hals macht jede Frau schee, und ein Schliffer im Finger tut meistens recht weh.
Fischelant ist einer der flott ist und frisch, Urrese stehn öfter nach dem Essen auf dem Tisch.
Doch jetzt will ich aufhören mit all dem Zeisch, oder weiß noch einer ein schönes altes Wort von Eisch?
Anna Hildebrandt
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