INHALT

HVV Obernburg

Obernburger Geschichte/n

Römische Geschichte/n

Bauwerke und Gebäude

Personen und Straßen

Aktivitäten

Mundart

Termine

Tanzgruppe

Links

Omborscher Wädderbuch

A

B

C

D

E

F

G

H

I

J

K

L

M

N

O

P

Q

R

S

T

U

V

W

Z

Es ist schwierig, einen in Obernburg gesprochenen Laut zu schreiben. In diesem Wörterbuch wird er mit dem Buchstaben â kenntlich gemacht. Gesprochen wird dieses â wie das Wortende bei Restaurant.

A
ânke: Nacken
a: auch (isch a = ich auch)
aa: Das große Geschäft. Die beiden a werden getrennt ausgesprochen
Abbel: Apfel; Ebbel: Äpfel
Abrahams Wâschtkessel: In Obernburg kommen die Kinder auch aus Abrahams Wurstkessel.
Affeeck: Ecke Römer-/Mainstraße,  früher Treffpunkt der Obernburger Männer.
Äil: Öl, äile: ölen
Äische: Egge, äische: eggen
Ajox: Du bist vielleicht ein Ajox = ein dummer Kerl; übertragen auch für Rucksack: jetzt muß ich den Ajox wieder auf die Schulter nehmen.
alleweil: jetzt; alleweil soin mä dât = eben sind wir dort, sind wir auf den Punkt gekommen.
allminnâner: alle miteinander
Allmoi: eine Person, die alles haben will (alles mir)
Amerika: Flurstück
Atzel: Elster
Äätzel: Flurstück
äwwä: aber
Äwwär: Eber
 

B
bâfissemisch: barfüßig
bâmbisch: widerspenstig, widerwillig
Babbelarsch: Jemand der ständig redet
babbele: reden
babbisch: klebrig
Bäddel: Bürde; Bäddel hinwerfen
Bärre: Garbe; Armvoll abgeschnittener und zusammengebundener Getreidehalme
Bäschdebinner: Bürstenbinder; Hunger haben wie ein Bäschedebinner.
Bässem: Besen
Bätscher: Schläger, z.B. beim Tennis- oder Federball
Batz: Geldstück, Geld
Bawilon: Ehemaliges Gebäude oberhalb der früheren OVGO.
Bebel: getrockneter Nasenschleim
bebele: in der Nase Bohren
belzisch: pelzig, gefühllos; mein Arm fühlt sich pelzig an.
Bengel: ungehobelter Junge, Rüpel; Holzbrügel
Benk: Sitzbank
Bennel: Band; Schubennel
Besch: (die) Bach, in Obernburg speziell der alte Mühlbach
bibbern: schimpfen, zittern vor Kälte
Biebsgäigel: Streithahn
Billischhoimer: Jemand, der alles billig bzw. umsonst haben will.
bläädsen: weinen
Blaaschwiese: Bleichwiese, früher um Wäsche in der Sonne zu bleichen
blodsche: rauchen
Blunse: mit Wurst gefüllter Tiermagen; größerer Ball; vergrößerter Bauch
boafissemisch: barfüßig
Bobbe: Puppe
bobbele: ein Baby im Arm wiegen.
Bobbelsche: Kleinkind, Baby
Bobbes: Hinterteil
Boddem: Boden, Speicher
Bolle: Pferdeapfel
Bârschemâster: Bürgermeister
Brâambes: Brei, eher negativ gemeint
Brabbs: Matsch, Morast
Brenke: Blechwanne zum Waschen und zum Baden
Brigge: Brücke
Brodsche: trauriges oder unzufriedenes Gesicht
Brumbelsuppe: Ärger, den (meist) ein Mann bekommt, wenn er z.B. zu spät nach Hause kommt
Brussem: Brösel
Budze: kurzer Regenschauer oder auch Rest von verzehrtem Obst mit Kerngehäuse

C

D
Dâscht: jemand, der besonders langsam ist
Dânnegaas: Tannenzapfen
Dânnegickel: Tannenzapfen
dâtzelisch: taumelig
daab: taub; daabes Hinkel = jemand ohne Temperament
Daasch: Teig
Dabbe: jemand ist verrückt, hat einen Dappen.
Dabbes: schusseliger Mensch
dabbisch: schusselig, sich dumm anstellen
Dabbträder: jemand, dem selten etwas gelingt
Daiwenker: ein forscher Mensch, der nicht gerade gute Manieren hat
däiwisch: wild, jemand benimmt sich däiwisch.
Dalehnskass: Darlehenskasse, heute Raiffeisenbank
Därmel: Schimpfwort
dengele: Sense schärfen, verdengele = verhauen
Derrabbel: dürrer Mensch
des un sell: dieses und jenes
des: dieses
Dibbe: größerer Topf
Dibsche: Töpfchen, z.B. Nachttopf; kleiner Kochtopf
Dieflder: = Tiefes Tal
doamisch: verrückt, nicht ausrechenbar
doatzele: taumeln, torkeln
dobbeltgemobbelt: etwas doppelt tun, z.b. Butter und Marmelade auf das Brot schmieren.
dobbsche: mit dem Kreisel spielen
Dobsch: Kreisel (Spielzeug)
Dolldab: schusseliger Mensch; Tollpatsch
Doul: Gully
drowwe: droben
Dubbe: Tupfen
Dudde: Tüte
Duddel: Schnuller
Dummbäbbler: Dummschwätzer
Dummbeitel: Dummbeutel
Dunnerkeil: Donnerkeil, anerkennende Anrede, wenn etwas besonderes gelungen ist. Du bist ein Donnerkeil!

E
Ebbel: Äpfel
Ebbelbett: Apfelbett, Regal im Keller, auf das im Herbst die geernteten Äpfel ausgelegt wurden.
Ebbelkischelschen: Apfelküchlein, in Teig ausgebackene Apfelscheiben.
Ebbelwoi: Apfelwein
Eifelsche: Kleiner Ofen
 

F
fä: für
Fachott: Schimpfname für Frauen, du bist ein altes Fachott
Feier: Feuer; Feier
Feng: Hiebe
fiero: vorwärts; mach fiero = beeile dich
Fissimadende: mach keine Fissimadende, keinen Unsinn
flatschen: hauen, verhauen
Flick: jemand hängt die Flick, die Flügel; er ist niedergedrückt.
Floss: Wasserrinne zwischen Straße und Gehsteig
Flurschitz: Flurschütz
Franzousewäsch: Franzosenweg; heute Mittlerer Höhenweg, der von französischen Kriegsgefangenen gebaut wurde.
Frecker: frecher Kerl, oft auch anerkennend gemeint.
Freckling: frecher, oft auch noch kleiner Kerl
Friehschobbe: Frühschoppen
Funsel: schwaches Licht
Fussem: Flusen

G
Gârschel: Gurgel
Gaas: Ziege bzw. Gas
Gaferlabbes: Lätzchen
gafern: geifern
gagelisch: wackelig, nicht stabil
Gähschde: Gerste
Gääleriwe: Gelberübe
gätzen: knarren. z.B. eine Bett
gauzen: bellen, stark husten
Gebabbel: Gerede
Gedees: Umstände machen
gedrâhmt: geträumt
Geduddel: eintönige Musik
Geede: Patin
gehubbt wie gedubbt: egal wie, es kommt auf das gleiche heraus
Geigel: Hahn
Gelärsch:
baufälliges, abbruchreifes Bauwerk, allgemein: Lumpenkram
Gelumb: altes Zeug
Gensrâ: Gänserain ist die heutige Mainstraße
Gewäwär: Durcheinander
Gieges: neuer, noch gärender Apfelwein
Gischbl: eingebildeter Mensch
Glânzstoff: Fabrik auf der anderen Mainseite seit 1927, mittlerweile mehrfacher Namenswechsel: ENKA, AKZO, Acordis, NewCell. Der Name Glanzstoff bleibt ihr aber erhalten.
glaab: (ich) glaube
Gosche: Mund, freschi Gosche = freches Mundwerk
gräiser als wie: Obernburger Steigerung: z.B. größer als wird zu größer als wie
Grische: frühe Pflaumen
Gronisch: Flurstück Richtung Wörth, am ehemaligen Campingplatz, früher Schwimmstelle
früher Ladestelle für Sandstein mit Kränen auf Mainschiffe (kommt von Kran)
gschennt: geschimpft
gsotze: gesessen, körperlich wie auch übertragen gemeint; die Bemerkung hat gesessen
GUKO: steht für Gustl Konze, den Obernburger Heimatdichter
Gutsje: Bonbon

H
hâbbe: halten
Hâbdse: Anfeuerungsruf beim Handball: “Haltet den Gegner!”
hâddisch: hurtig, schnell (nicht immer genau)
Hâffe: Krug
Hâmbel: eine Hand voll (z.B. Beeren)
Hâmdixer: Heimlichtuer, Hinterlistiger
Hândumm: Spitzname der Obernburger, wahrscheinlich von Hans-Thomas abgeleitet
Hä?: Entschuldigen Sie bitte, ich habe Sie nicht verstanden. Könnten Sie das alles nochmals wiederholen?
Haabsche: Gemüsekopf
haache: hauen, schlagen
haas: = isch haas = ich heiße; heit is äwwä haas = heute ist es aber heiß.
häbbedäppisch: verrückt; du machst mich häbbedäppisch
Haggelschen: Zähnchen von kleinen Kindern
häggele: häckeln
Haglebasch: alles was einem gehört; Verschwinde und nimm dein ganzes Haglebasch mit.
Häibâmm: Hebamme
Halebeern: Heidelbeeren
Hânnebâmbel: Helfer, jemand, der nicht gerne etwas alleine tut braucht einen Hannebambel
Häsche: Ehemaliger Gasthof “Hirschen”, heute Spilgerhaus
Häscheeck: Ecke vor dem früheren Gasthaus “zum Hirschen” Ecke Schiller-/Römerstraße.
Hawwer: Hafer (Getreide)
heän un säije: hören und sehen
Heckeloinschen: Art Lianen, Zigarettenersatz in früheren Jahren für die Jugend
hegele: häkeln
hewwe: haben
Hinkel: Huhn
Hiwwel: kleine Erhebung
hâlt: Dann nemme mer hâlt steht für die Annahme der letzten verfügbaren Alternative; dann verbringen wir halt den Urlaub im Spessart.
Holler: Hollunder
Houlwiese: Wiese an der alten Mühlbachmündung; Wiese zum Wäschebleichen, Festplatz
Howwel: Hobel
Hudsimbel: Trottel
Hundbâm: alter Weg vom Friedhof zur Deckelmannstraße

I
Itzig: ein Mensch, den man nicht recht versteht, der sich anders verhält (aus dem jüdischen abgeleitet)
iwwer: über
iwwerzwersch: überquer, ungeschickt

J
Jåhnshieschel: abgetragene Anhöhe an der Bergstraße, von dem früher das Feuerwerk beim Apfelblütenfest abgebrannt wurde. Benannt nach Turnvater Jahn.
jetztet: jetzt
jounern: jammern, quängeln
 

K
Kaff/Käffer: kleine/r unbedeutende/r Ort/e
Käilstihl: Mangoldgemüse, Blattstiel der Futterrüben
Käize: Korb, dicker Bauch
Kånnel: Dachrinne
Kånte: größeres Stück z.B. Brot
Kärb: Kerb; Kirchweih, MZ von Korb
Kärsch: Kirche
Karwe: Karpfen
Käsche: Kirsche
Kåscht: Hacke mit zwei Zinken zum Kartoffelausmachen
KATO: Abkürzung für die ehemalige Karnevalsabteilung des Turnvereins Obernburg
Kaude: flache Grube, Låhmekaude (Flurstück)
kawele: wälzen, hin- und herrollen
käzegrådnaus: geradeaus, nach nichts schmeckend
Kazelder: Katzental, Weg vor OVGO hinauf zum Mittleren Höhenweg
Keesneeb: Spitznamen für einen, der immer Käsebrote dabei hatte
keschele: kegeln
Kläbber: Klappergerät in der Karwoche
kläbbern: mit der Kläbber klappern
Kläibsche: kleine Pfeife zum Rauchen
Kläiskopp: Klöskopf, dicker Kopf
Kläbberbuwe: Buben, mittlerweile auch Mädchen, die an den Kartagen mit ihren Klappergeräten durch die Straßen ziehen.
Klickerwasser: Mineralwasser ohne Kohlensäure
Klous, Kläis: Knödel, Kloß (MZ)
Klouwe: große Pfeife zum Rauchen bzw. Kloben zum Befestigen
Klumbadsch: altes Zeug (verächtlich)
knaggse: knacken
Knätzje: Brotendstück, auch harter Kopf
Knobbe: Knospe, Sprühvorsatz bei Gießkanne
Knoddel: Knoten, kleiner Kerl (klåner Knoddel)
knoddele: verknoten, nesteln
Knodderdibbe: Nörgler
knoddern: vor sich hin brummeln, nörgeln
Knårrn: dickes, hartes Stück Holz, übertragen Kopf
Knårrnkobb: Mensch mit Dickschädel
knuffe: stoßen, zwicken
Korona: gånz Korona: alle
kotze: stark husten, sich übergeben
Kräbbel: Krapfen
kraische, gekrische: schreien, sehr laut reden, geschrieen
Krak: Krähe
Kråm: de Kråm hewwe: Periode haben
Kratzbäschde: streitsüchtige Frau
Krenk: die Krenk hewwe = krank sein
Kreensche: Kränchen = kleiner Zapfhahn z.B. am Apfelweinfaß
Krischer: Schreier, Schreihals
kritzegrie: Steigerung von grün
Krobbe/Krebbe: Topf/Töpfe
Krott: freches Kind; auch gutmütig: goldisch Krott
Krotze: Rest von verzehrtem Obst mit Kerngehäuse:
Krumbel: Krach, Streit
krumbele: knautschen, knittern
Kruusch: wertloses Zeug
Kuhflatscher: Kuhfladen
kumme: kommen, gekommen
Kummern: Gurke, auch (große) Nase
kutsche, higekutscht: niederkauern
Kwadudder: kleiner, lebhafter, tüchtiger Kerl (klein aber oho)

L
Laab: Brotlaib, Laub
Laabsche: kleiner Laib Brot
Laader: Leiter
Laaderwåche: Leiterwagen
Labbeduddel: Troddel
Ladwerscher: Zwetschgenmus
läfisch: läufig, ein Hund ist läufig
Låhme: Lehm
Låhmekaude: Flurstück
Lait: (Leute, liegt, läuten)
lauder: rein, nichts anderes: vor lauder Angst, vor lauder Schiß
lebbern: langsam trinken, langsam sich ergeben (zusammenlebbern)
legge: gießen
lidschäftisch: nicht stabil
Liesche: Lüge, Liege
Liescheås: Lügenaas, Lügner
liewe Grott: Kosewort, liebes Mädchen, kommt von liebe Kröte.
Linksdådsch: Linkshänder, ungeschickte Person
linse, gelinsd: heimlich einen Blick tun, in die Karten schauen
Lulatsch: großer Mensch (langer Lulatsch)
luurn, geluurt: lauern
 

M
Må: Main
Mabsch: Matsch
mach disch åb: verschwinde, mache dich fort
Madde: Quark
Mählbabb: Mehlkleister
måhle: mahlen (Mehl)
Mais: Mäuse/Maisfrucht
Maisje: Mäuschen
måmschisch: weich
Månne: Korb
månsche, gemånschd: essen, unmanierlich essen, vermischen
Massik: großer Kopf
Matzel: getrocknete Augenflüssigkeit
Messersches: Spiel, bei dem mit Messerwerfen auf einem Spielfeld Land gewonnen/verloren werden konnte.
Mimling: Ort Mömlingen bzw. Fluß Mömling
mir: wir; mir wohne in Ombårsch = wir wohnen in Obernburg.
mobse, gemobst: stehlen
mohle: malen (Bild)
Molbres: Maulwurf
Muck: Muttersau
Mumbel: Mund voll, eine Menge, die gerade einen Mund füllt
 

N
nä!: Nicht wahr; Aufforderung am Ende eines Satzes zu einer Antwort
Naaz: Ignaz
nåb: hinab
nåbzus: abwärts
nåchbäzze: nachkeifen
Nache: Boot, Fischernachen
naggisch: nackt
noi: hinein
noizus: hinein, einwärts
näsche: naschen
nauszus: hinaus, auswärts
nexe, genexsd: necken
Nidderfeld: Flurstück zwischen Römerstraße, Berufsschulstraße und Tiefem Tal Richtung Möbel Spilger
niwwergflatscht: hinübergehauen
noggele: etwas hin- und herbewegen, um es zu lockern, z.B. einen Zahn
nuff: hinauf
nuffzus: aufwärts

O
oobennele: Kontakt mit einem Mädchen aufnehmen, anbendeln
oogezoche: angezogen
Okrå: Ackerrain
Olwel: grober Kerl, der oft auch unangenehm sein kann
Ombårsch: Obernburg
OVGO: Abkürzung für Obstverwertungsgenossenschaft Obernburg
owwe: oben
owwedrowwe: oben droben
owwedruff: obendrauf
Ox: Ochse
Oxestall: Ochsenstall, ehemaliges Gebäude in der Oberen Wallstraße (heute Buntsteinbogenhaus), in dem der städtische Ochse gehalten wurde, zu dem die Bauern ihre Kühe brachten.

P
Päädsche: kleiner Pfad
Pådje: Pförtner
Päschling: Pfirsisch
Passeng: Bassin, Wasserbehälter
pätze: zwicken, jemanden verraten
Peddä: Pate
Piebsgeigel: Streithahn
piense: weinen
Piensgosche: Jemand, der gerne weint
Piensje: weinerliches Kind
Pitsche: Pfütze
pläätze: weinen
Pläätzmaul: Jemand der ständig weint
Pladde: Plattfuß bei einem Reifen
Plådz: größerer rechteckiger Blechkuchen (Riwwel-, Quetsche-, Maddeplådz)
Plåume: Pflaumheim
Pläumerwäsch: Pflaumheimer Weg
Polgaånge: ungeschorene, in das Genick fallende Haare
possiern: mit jemandem flirten, jemanden lieb haben
prazzele: prasseln
priedschele: mit Wasser spielen
proffe: pfropfen, veredeln
Puhl: Jauche
Puhlschebber: Schöpfer, mit dem die Jauche aus der Jauchegrube entnommen wurde

Q
quaatsche: Geräusch, wenn man Stiefel aus Matsch zieht
Quadutterer: kleines Kind
quårgse: rülpsen, aufstoßen
Quellloch: Hinterteil
Quetsche: Zwetschge
quiddegäl: quittengelb, intensives Gelb

R
råb: hinab, herab
Rabbelsche: Wasserlassen eines kleinen Kindes
råbgeprazzelt: heruntergeprasselt
råbrobbe: herunterreißen
rack: sofort, plötzlich, fest
Raffel: Gebiß
Rånge: größeres Stück z.B. Brot
ratze: fest, schnarchend schlafen
raus: heraus, rausrobbe = herausreißen, herausziehen
Regatt: Respekt (haben)
Reitschul: Kinderkarussel mit Pferden
rim: herum
rimfladsche: verhauen
Rimgezacker: Hin und her
Ringlo: Reineclaude
ritzeroud: völlig rot, grell rot
Riwwel: Streusel; Riwwelplådz = Streuselkuchen
Riwwelasch: unruhiger Mensch, der nicht ruhig sitzen kann.
riwwele: rubbeln, sich trocken reiben
Riwwelsubbe: Suppe mit kleinen Teigknöllchen
roi: herein
Rothaus: Rathaus, nicht rotes Haus
Rotzfohn: Taschentuch
Rotzleffel: ungezogener Mensch
ruff: herauf
rundischrim: rund herum
runnergflatscht: heruntergefallen, der Regen ist stark gefallen, jemanden eine gehauen

S
saasche: vulgär für Wasser lassen
Sackduch: Taschentuch
Sagramåcht: Leichter Fluch
Sai: Säue, Schweine
Saischdall: Schweinestall
Saischen: Schweinchen
schäbb: schief, krumm
Schaiern: Scheune
Schåle: Schale
schåmmeriert: verkratzt, äußerlich verletzt
Schåndarm: Gendarm, Polizist
schåufel: jemand ist link
Schäzz: Schürze, Scherz
schbachtele: beim Essen kräftig zulangen
Schbeis: Mörtel
schbeitze: spucken
Schbekuliereise: Brille
Schbrisch klobbe: aufschneiden, lügen
Schbrischbeitel: jemand, der Sprüche macht.
schdrimbisch: in Strümpfen
Schduutzkebbsche: neckisches Zusammenstoßen der Stirn mit Kleinkindern
Schebbe: Schaufel
Scheese: Kinderwagen, altes Auto
Scheierdrescher: Essen wie ein Sch... = starken Hunger haben, viel verzehren, so wie jemand, der früher beim Dreschen den ganzen Tag hart gearbeitet hat und beim Feierabend ordentlich zuschlägt.
Schelleklobbe: an fremden Türen läuten und weglaufen
schenne: schimpfen
schinånt: schüchtern
Schinkeklobbe: Kinderspiel
Schinnos: freches Kind
Schinnpladde: abgeschundene vergrindete Stelle am Körper
Schiss haben: Angst haben
Schisser: Angsthase
schlaafe: schweres schleifen
Schlabbe: bequeme Hausschuhe
Schlabbergosche: jemand, der nicht richtig essen kann und dabei sabbert.
schlabbern: verschütten, beim Essen besudeln
Schlabbgosche: jemand, der den Mund nicht halten kann.
Schlabbmaul: gutgehendes, schlagfertiges Mundwerk, Großsprecher
Schlibsche: Schleifchen; Bezeichnung für einen leichtfertigen Menschen
Schliehde: Schlitten
Schlikser: Schluckauf
Schlood: Kamin, leichtsinniger Mensch
Schloodefääscher: Schornsteinfeger
Schlubb: gebundene Schleife, z.B. beim Schnürsenkel
Schludde: Stengel und Blätter einer Zwiebel
Schmuslabbes: Jemand der gerne schmust
schnabbe: hinken, rasch zugreifen
Schnäbbsche: Stuhlkante in dem Ausdruck: uffem Schnäbbsche sitze
Schnårres: Schnautzbart
schnårrn gehen: unerlaubt abhauen
Schneegel: Wählerischer Mensch, der z.B. nicht alles ißt.
schneegelisch: wählerisch beim Essen
Schnibbel: Schnipsel; Schnibbel Wurst = kleines Stück, Endstück
Schnuddel: Endstück der Wurst
schnuddele: fehlerhaft, oberflächlich arbeiten
schnulle: Nase hochziehen
Schobbe: Schoppen
schogge: Ball zuwerfen
schoggele: schaukeln
Schoggelgaul: Schaukelpferd
Scholle: Ackerscholle, Fisch, Schorle
Schpiddel: keilförmiger Einsatz in Kleidung zur Erweiterung (z.B. in Hose)
Schpund klåner: kleiner Kerl
Schrache: Schrachen = Tischgesell mit Latten anstelle der Tischplatte; wurde z.B. beim Abkratzen der
gebrühten Schweine verwendet.
schrumbelisch: faltig, zerknittert, vertrocknet
Schtaasch: Steige, ansteigende Straße. Die Staasch ist die Straße zwischen Mömlingen und Pflaumheim.
Schtäsche: Stiege, Treppe
Schtaffel: Treppe
schtaiwern: abstützen von voll hängenden Bäumen
Schtåmbes: Kartoffelbrei
Schtånernkreiz: Steinernes Kreuz, Kreuzgruppe am Radweg Miltenberger Straße Richtung Eisenbach.
schtegge, gschtogge: stecken, gesteckt, z.B. ins Bett gesteggd
Schtenner: Steinguttonne zum Einmachen von Sauerkraut oder Bohnen oder Tonne, die für größeren Bedarf vom Küfer aus Lärchenholz gemacht wurde.
Schtiggel: Stützstange
schtobbe: stopfen (Loch)
Schtobbe: Stopfen, Korken, kleiner Mensch
schtobbele: Einsammeln von z.B. Äpfeln oder Kartoffeln, die die Bauern bei der Ernte auf den Wiesen und Felder liegen ließen. Die Kinder verkauften z.B. die gestobbelten Äpfel, um sich ein Taschengeld zu verdienen.
Schtraad: Ortschaft Streit
Schtråu: Stroh
schtribbse, geschtribbsd: steheln, unauffällig an sich bringen
Schtumbe: Zigarre
Schwaddem: Schwaden, Dampf, Dunst
Schwåde: Schwarte/Holzbrett
Schwähn: Furunkel, Geschwühr
Schwaz Elf: Ehemaliger Elferrat der Kolpingsfamilie.
Schwazväädel: Schwarzes Viertel
Schwelles: dicker Kopf
Seggel: Tasche in Hosen und Kleidern, anerkennend Schlitzohr
sell: jenes
sellemåls: damals
Sermon: uninteressantes Gerede, kommt evtl. aus dem französischen, wo Sermon Predigt bedeutet.
Silwern Nixje unn e goldisch Waddeweilsche: (Wart-ein-Weilchen) als Antwort für Kinder, die neugierig
nach den Weihnachstgeschenken fragen
Simbel: Depp, einer der schwer begreift
suggelle: saugen, lutschen
Sun: Ehemaliger Gasthof “Sonne”, heute Kreissparkasse
suzzele: auslutschen

T
Toowias: Tobias
Tråcht Prischel: Tracht Prügel, Haue
tralaatsche: tratschen
tratsche: regnen
Trißbachsbrinnsche: Quelle gleich nach der Grenze zu Großwallstadt neben der B469 (Parkplatz)
Trottwa: Gehsteig
 

U
uff die Brädsel: auf den Kopf
uffgedaggeld: aufgetakelt, toll herausgeputzt
uffgschunne: aufgeschunden

V
väbatscht: verpetzt
väbelze: verhauen
väbollerd: verstört
väbumbe: verhauen
vädåchdeld: verhauen
vädadderd: verdutzt
Väddel Oans: Viertel nach Zwölf
Väddel: (1/4, Schwazzväddel)
vädengelt: verhauen
väduwaggelt: verhauen
väflatscht: verhauen
vähaache: verhauen
väklebbern: verrühren, z.B. Ei zu Rührei
väkrotzt: verunstaltet
väkrumbeld: verkrumpelt, zerknittert
väkrumbele: zerknittern
vämoutschd: vermatscht
väriwwele: zerreiben, Riwwel machen
värobbe: verreißen, zerreißen
väschlumbd: verlegt
väschwåde: verhauen
västeggele: verstecken
Västeggelsches: Versteck spielen
väwåmsche: verhauen
väzowweld: verzottelt
väzwazzele: vergehen vor Angst
Vietze: mürbes Gebäck

W
Waas: Weizen
waasch: weich
Wädd: Wörth
wädder: gegen/wider z.B. wider die Wand
wägbuzze: bis zum letzten Rest aufessen
Wällsche: Bündel Reisig. Die beim Baumschneiden anfallenden dünnen Äste und Zweige wurden auf gleiche Länge gebracht und zu handlichen Bündeln verschnürt. Dieses Holz wurde dann z.B. verwendet, um beim Waschtag den Waschkessel zu schüren.
Wällsderwald: Großwallstädter Wald oberhalb von Möbel Spilger
Wälscherholz: Nudelholz
wälschern: auswellen von Teig
Wåmbe: Bauch, Wanst
Wåmmes: Jacke, Wams
Wårm: Wurm
Wärmer: Würmer, wärmer
wårmstischisch: wurmbefallen, schlecht erhalten
Wåschdeweck: Wurstbrötchen
Wäsching: Wirsing oder Kopf (jemand hat einen großen Wäsching)
wåschtegal: ganz egal
Wassäsibbsche: Wassersüppchen, entsteht, wenn man einen Stein flach über das Wasser wirft und er dabei mehrmals aufspringt
Wassem: Gras, Wiese
Wasserporde: ehemaliger Übergang über den Mühlbach von der Oberen Gasse aus zum Main.
Wasserstå: Spülbecken
wäwwärn: unruhig sein
Wåzelbäschde: Scheuerbürse
Wåzler: Wurzler, jemand z.B. beim Handball oder Fußball, der den Ball nicht abgibt und sich (oft eigennützig) durchzuwurzeln versucht.
Wäzzbärre: Büschel, gebunden aus besonders wirkungsvollen Heilkräutern, die am Fest Mariä Himmelfahrt am 15. August geweiht werden und zum Schutz vor Blitzschlag und Feuer in den Speichern der Häuser aufgehängt werden.
Wesch: Wäsche
Weschkische: Waschküche, separater Raum, früher meist in einem Nebengebäude, in dem der Waschkessel stand ......
wetze: schnell laufen, schärfen
Wetzstå: Wetzstein zum Schärfen von Messern, Sensen, Sicheln
wief: lebhaft, munter
winnelwaasch: windelweich
winnisch: jemand steht neben sich, ist nicht gut drauf
wuppdisch: blitzschnell
Wutz: Schwein, schmutzige Person

Z
zaggern, gezaggert: pflügen, abmühen
Zäije: Zehe
zeh: zäh
Zeh: Zähne
Zischelhidde: Ziegelhütte, ehemaliger Bauernhof an der Miltenberger Straße
Zoh: Zahn
Zorngickel: zorniger Mensch
zowwele: zupfen, ziehen z.B. an den Haaren
zsåmmegelebberd: aus vielen kleinen Dingen zusammengebracht
Zudeck: Oberbett
zwazzele, gezwazzelt, verzwazzelt: nervös warten, verzweifeln
Zwiggel: Wäscheklammer; keilförmiger Einsatz in Kleidung zur Erweiterung
Zwoggel: kleiner Kerl

Heinz Janson