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Bogelskreuz erinnert an Geschwister-Mord

Hoch oben auf dem Pfaffenberg, in der Nähe des Wasserhochbehälters, unweit der Flurgemarkung  “Taubenloch” steht seit drei Jahrhunderten auf einem Altar ähnlichen Sockel ein wuchtiges Kreuz aus rotem Sandstein mit einem romanischen Christuskorpus, wohl die Arbeit eines heimischen Steinmetzen. Nur schwerlich läßt sich noch am Sockel – unter einem Totenkopf mit  gekreuzten Knochen – die Jahreszahl 1706 entziffern, denn der Zahn der Zeit hat an diesem “Glaubenszeichen am Wegesrand” sehr stark genagt.

Dieser im Volksmund als “Bogelkreuz” bekannte Bildstock erinnert an eine schreckliche Bluttat zweier Geschwister. Der Überlieferung nach wurden sie von ihrer Mutter zum Grasholen für die Haustiere auf den nahen Stadtberg geschickt. Wer das meiste Futter heimbrächte, der sollte das größte Stück Brot – in der damaligen kargen Zeit sicher heiß begehrt – erhalten. Der Junge und das Mädchen gerieten beim Grasschneiden in Streit, gingen mit ihren Sicheln aufeinander los und brachten sich damit so schwere Verletzungen bei, daß beide starben. Die Namen der Geschwister sind leider nicht überliefert.

 

 

 

Die Obernburger Fördergemeinschaft zur Erhaltung sakraler Gegenstände und Einrichtungen hat das Bogelskreuz, das durch Wurzeln naher Bäume in Schieflage geraten war, 1996 abgebaut und von einem Steinmetzmeister sanieren und wetterfest konservieren lassen. Danach wurde es um wenige Meter versetzt auf einem standfesten Fundament neu aufgestellt.

Karlheinz Neeb