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August Schnatz wurde am 30. März 1872 in Schweinheim geboren. Sein Vater war Maurerpolier bei der Firma Schmelz in
Aschaffenburg. August sollte ein solides Handwerk erlernen, denn für einen Maurer hielt ihn sein Vater zu schwach. Er sollte vielmehr Sattler und Tapezierer lernen, dann Tüncher und Schlosser. Doch für
all diese Berufe zeigte er keine große Begeisterung. So willigte sein Vater dann doch ein, das Maurerhandwerks im Baugeschäft Schmelz in Aschaffenburg zu erlernen.
Zusätzlich besuchte er von 1887 bis 1890 die Zeichenschule und die Bauschule in Aschaffenburg. Nach der Entlassung vom
Militärdienst 1894 belegte er Kurse an der Baugewerbeschule in Würzburg, die er mit vorzüglichen Prüfungen beendete.
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1895 kam August Schnatz nach Obernburg, um eine Stelle beim Bezirkstechniker Sixtus Haas anzutreten. In dieser Zeit reifte der
Plan, in Obernburg ein Baugeschäft aufzubauen. Die Gründung erfolgte dann am 1. Mai 1896 mit einem Startkapital von 250 Mark. In seinem erhaltenen 1. Baubuch (Kassenbuch) von 1896 – 1903 sind fein
säuberlich die ersten Ausgaben für Geschäftsbücher, Reißzeug, Brieftasche, Schuhe, Radfahrmütze und noch einiges mehr eingetragen. Sicher war die Radfahrmütze zu dieser Zeit wichtig, da er alle Wege mit
dem Fahrrad zurücklegen musste. Die ersten Einnahmen gab es u. a. für Hilfsleistungen für den Bezirkstechniker Haas für das Erstellen von Bauplänen. Als erste Baumaßnahme ist verzeichnet: Wohnhausbau,
Keller und Kelterhaus für den Obernburger C. Sator in Elsenfeld zusammen mit Maurermeister Vonderlinden aus Wörth.
Bild rechts: “Spessartdom” in Sommerau
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In seinem weiteren Wirken schuf er viele herausragende Bauwerke unter anderem die Kirchen in Wenigumstadt, Sommerau und Obernau, in Mömlingen
den Bahnhof und die Brücke, in Obernburg das Distriktkrankenhaus (heute Polizei), das Wohnhaus Wörn (siehe Obernburger Blätter Nr. 2), das ehemalige Lehrerwohnhaus (heute Friseur Schmock), die Post, die Stadthalle
oder das alte Forsthaus an der Ecke Römer-/Kreßstraße, außerdem die Schulhäuser in Miltenberg, Hausen und Hobbach. Bei allen diesen Gebäuden erkennt man die Liebe des Baumeisters zum Buntsandstein.
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August Schnatz heiratete am 10. 11. 1898 die Tochter des Obernburger königlichen Bezirkstierarztes Peter Schuster. Aus der Ehe gingen 3
Kinder hervor. Nachfolger im Geschäft wurde sein Sohn Werner, der sich besonders dem Straßenbau widmete. Der Sohn Willy betrieb in Mömlingen ein Steinbruch- und Steinmetzgeschäft. Seine Tochter Erna war die
Besitzerin des unter dem Namen “Burgtheater” bekannten Kinos in Obernburg. August Schnatz verstarb am 10. Oktober 1973 im Alter von 101 Jahren. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof in Obernburg.
Anlässlich seines 100. Geburtstages benannte die Stadt Obernburg die Straße, die von der B426 in Höhe der Firma Reis-Robotic ins
Industriegebiet “Weidig” zum ehemaligen Betrieb seines Sohnes Werner führt, nach dem verdienten Obernburger Bürger.
Peter Burkart, Karlheinz Schnatz
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