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Tafel mit der Hintergrundinformation
Epitaph der Gebrüder Johannes und Peter Obernburger Johannes Obernburger, 1486 in Obernburg geboren, starb am 23. Juni 1552 als Gouverneur von Kärnten. Er war Dr. beider Rechte, geheimer Sektretär Kaiser Karls des V., Kantor am St. Stephansstift zu Mainz, kaiserlicher Kaplan und Probst am kaiserlichen Krönungsstift St. Bartholomäus zu Frankfurt.
Er stiftete die Obernburger Freischule. Am 24. Juni 1561 übergaben seine Geschwister den Gründungsbrief und das Stiftungskapital.
Peter Obernburger starb am 16. März 1552 als Amtsvorstand der kaiserlich mainzischen Registratur.
Beide wurden in der Pfarrkirche von Obernburg bestattet.
Der Renaissancegrabstein wird vom Adelswappen bekrönt, das Kaier Karl V. seinem Intimus verliehen hat.
Tafel mit dem übersetzten Text
Sei gegrüßt, Wanderer, bleib bitte ein wenig stehen um zu sehen, wessen Asche und Gebeine in diesem Grab ruhen. Es ist jener Johannes Obernburger, zeit seines Lebens berühmt wegen seiner Gottesfurcht, Lauterkeit, Würde, Klugheit und seines Könnens. Er war Kaiser Karls V. ergebener zuverlässiger Berater und Geheimsekretär. Zwar gehörte er seit seiner Jugend dem Hofe an, wies aber trotzdem jede Ehre und einflußreiche Stellung mit Nachdruck von sich. Nach bedeutenden und ruhmvollen Diensten (für den Kaiser) wollte er sich Freunden und einem angenehmeren und freieren Leben widmen. In Villach in Kärnten hatte er das Amt eines Gouverneurs übernommen, als es um das Reich noch besser stand und es durch schändliche Aufstände und die französischen Intrigen noch nicht ins Wanken geraten war. Dieses Amt hat er durch einen schrecklichen Schicksalsschlag zusammen mit seinem Leben verloren und er hat so die Plagen dieses Lebens mit der Ruhe des ewigen vertauscht und er starb zum größten Leid seines Kaisers und all seiner guten Freunde am 23. Juni 1552.
Nachdem seine Gebeine dem heimatlichen Boden zurückgegeben waren, setzen die zu Recht trauernden Erben dem geliebten Bruder aus Pietät diesen Grabstein.
Ich, Peter, einst meinem Bruder sehr ergeben, konnte ihn auch nicht für eine kurze Zeit überleben und liege nun ebenfalls hier. Oh, ihr Nachkommen und Gattin, lebt wohl! Dir, göttlicher Karl, wünsche ich ein langes Leben, ich, der ich der Amtsvorstand der kaiserlich mainzischen Registratur war. Unbedeutender als mein berühmter Bruder, möge auch mir der Himmel auf meine Bitten hin gewogen sein, denn zu Lebzeiten pflegte mich dein süßes Lied zu erfreuen. Er starb im Jahre unseres Herrn und Erlösers am 16. März 1552.
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